Zahnpflege: „Und wer hat´s erfunden?“

Seit Menschengedenken wird nach Mitteln und Wegen gesucht, um die eigenen Zähne bestmöglich zu reinigen und zu pflegen. Dabei hatten Zahnpflege und Mundhygiene vor allem gesundheitliche oder praktische Gründe, in manchen Fällen aber auch religiöse Motive.

Bereits unsere Vorahnen, die Urmenschen,  benutzten kleine Stöckchen und/oder Grashalme zur Reinigung der Zähne. Diese Prozedur hinterließ Spuren. So war bei prähistorischen Knochenfunden aus der Steinzeit anhand typischer Rillen eine Art Zahnreinigung nachweisbar. Auch bei den sogenannten frühen Hochkulturen – ca. 4000 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung – fanden Forscher Belege sowie ausgefeilte Rezepte für Zahnpulver und -pasten für die regelmäßige Zahnpflege.

Mesopotamien und Ägypten: Wiege der Zahnpflege

Das Zweistromland hat in der menschlichen Historie einen besonderen Stellenwert – das gilt auch im Hinblick auf die Ursprünge der Zahnreinigung. Der älteste aufgefundene Zahnstocher war Bestandteil eines Kosmetiksets, stammt aus Mesopotamien und wird auf die Epoche um 3.500 Jahre v. Chr. datiert. Im Ägypten der Pharaonen hingegen war es üblich, den Mund morgens mit Natron zu spülen. Daneben kamen Kaustöckchen zum Einsatz, die mit einer Paste aus gemahlenem Bims (einem weichen Vulkangestein) und Weinessig bestrichen wurden. Auch auf einem der ältesten überlieferten Texte der Menschheit, auf den Papyrusrollen, finden sich Hinweise zu einem speziellen Zahnpulver, das aus dem Harz der Terpentin-Pistazie, Erdfarbe und Anteilen des Halbedelsteins Malachit bestand. Es sollte vorrangig der Kräftigung der Zähne dienen. Wobei die überlieferten Textpassagen noch stark von magischen Vorstellungen geprägt waren. Bei den Babyloniern wiederum wurde für die Zahnreinigung eine Mischung aus Alaun (einem bitterem Tonerdesalz), Turű-Aroma und Minze hergestellt. Minze gehört immer noch zu den populärsten Geschmacksstoffen für unsere heutigen Zahnpasten.

Von der Antike

Auch in beiden Zentren der Antike – Athen und Rom – wurden kleine Holzspäne für die Zahnreinigung genutzt. Aber es gab ebenso schon Zahnstocher aus Knochen und Metall. Vor allem jedoch gab es zahlreiche „Mittelchen“, die zum Einsatz kamen.  Zum Beispiel ein Gemisch aus Knochen, Horn oder Muschelschalen. Diese Stoffe wurden pulverisiert, dann zu Asche verbrannt und anschließend wegen des besseren Geschmacks mit Natron und Myrrhe gemischt. Ebenso wurde empfohlen, zerriebenes Salz zur Reinigung der Zähne einzusetzen. Ein Ansatz, der durchaus heute noch in der Naturkosmetik verbreitet ist. Bimssteine und sogar Marmorstaub hingegen wurden als eine Art Schleifkörper verwendet. Als Pulver zersetzt wurden sie auf feuchte Leinentücher aufgetragen, die anschließend zur Zahnpolitur genutzt wurden.

In Indien setzte man auf exotische Mixturen

Indien als Land der Gewürze setzte auch bei entsprechenden Mixturen für die Zahnpflege auf Pasten mit Gewürznote. So empfahlen frühe Zahnpulver-Rezepte eine spezielle Mischung aus alkalischer Asche, Bengalpfeffer und Ingwer. Neben dem deutlich exotischen Geschmack entfalteten diese Mixturen eine nachweislich antibakterielle Wirkung. In einer der großen Religionen, dem Hinduismus, kommt der regelmäßigen Mundreinigung – inklusive der Zähne – zudem eine spirituelle Bedeutung zu. Denn der menschliche Mund gilt als Tor (Eingang) zum Körper. Deshalb gab es dort im Hinblick auf die Zahnreinigung sogar eine extra Anleitung im Gesetzbuch von Manu. Dazu sollten faserige Zweige, bestrichen mit einer Paste aus Honig, Ingwer, Zimt, Salz, Muskatnuss und Sesamöl, verwendet werden.

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